Rebhuhn: Deutscher Jagdverband meldet Bestandsrückgang - Deutsche Wildtier Stiftung setzt Drohnen zur Beobachtung ein

Deutscher Jagdverband meldet weiteren Rückgang der Rebhuhn-Bestände

Nach Datenerhebungen des Deutschen Jagdverbandes im Jahr 2017 gibt es in Deutschland noch ca. 64.000 Rebhuhn-Paare. Die Zahlen lassen auf einen Bestandsrückgang um 44 % im Untersuchungszeitraum von 2008 bis 2017 schließen.

Auch das Verbreitungsgebiet des Rebhuhns scheint innerhalb von 8 Jahren um ein Drittel geschrumpft zu sein. Ein besonders starker Rückgang sei v.a. im Nordwesten Deutschlands zu verzeichnen: während 2009 noch in mehr als der Hälfte der Jagdreviere Nordrhein-Westfalens Rebhuhn-Sichtungen gemeldet wurden, war dies 2017 nur noch in einem Viertel der Jagdreviere der Fall.


Schecht für Tiere: fast ganz bis zur
Feldhecke bestellte Ackerfläche

Als Ursache führt der Deutsche Jagdverband die dramatischen Veränderungen in der Agrarlandschaft an, die einen weiteren deutlichen Lebensraumverlust für heimische Pflanzen, Tiere und Insekten bedeuten. Besonders schwer wiegen nach Auskunft des Verbandes der Rückgang an mehrjährigen Bracheflächen, der großflächige Maisanbau für Biogasanlagen und die Einbeziehung von Randstreifen in die intensive Bewirtschaftung.

Laut Jagdverband ist die derzeitige Greening-Praxis kein Plus für die Artenvielfalt in der Agrarlandschaft. Statt z.B. den Anbau von Ackersenf im Winterhalbjahr als ökologische Maßnahme zu definieren, sollten eher Anreize für mehrjährige Brachen oder die Anlage von mehrjährigen Blühstreifen geschaffen werden.

Mehr Informationen zu diesem Thema können Sie auf der Webseite des Deutschen Jagdverbandes nachlesen: https://www.jagdverband.de/content/aktuelle-monitoringdaten-rebhuhn-weiter-auf-dem-r%C3%BCckzug

 

Deutsche Wildtier Stiftung zählt Rebhühner mittels Drohne und Wärmebildkamera

Die Deutsche Wildtier Stiftung meldet im Rahmen des PARTRIDGE-Projekts den Start der Beobachtung von Rebhuhn-Paaren und deren Bruterfolg mit Hilfe von Drohnenflügen.


Wärmebildtechnik soll die versteckt
lebenden Rebhühner sichtbar machen

Wärmebildkameras sollen jetzt im Winter bei kalten Außentemperaturen und abgeernteten Feldern den Rebhühnern auf die Spur kommen.

Im Vorfeld wurden innerhalb des Projektgebiets 7 % der Agrarlandschaft mit Blühflächen aufgewertet.

Nun sollen mit Hilfe des PARTRIDGE-Projekts Erfahrungen gewonnen werden, um dem selbst gesteckten Ziel näher zu kommen: eine Erhöhung der Biodiversität im Projektgebiet um 30 %.

Mehr dazu können Sie unter https://www.deutschewildtierstiftung.de/aktuelles/drohneneinsatz-fuer-rebhuhnsuche auf der Webseite der Deutschen Wildtier Stiftung nachlesen.